[Rezension] Flammen und Finsternis - Sarah J. Maas


Titel: Flammen und Finsternis 
Autorin: Sarah J. Maas
Verlag: dtv
Seitenzahl: 720
ISBN: 
978-3-423-76182-6
Übersetzer: Alexandra Ernst
Originaltitel: A Court of Mist and Fury

Band: 2 von bisher 3 + 1 Novelle

Das Reich der sieben Höfe
01 Dornen und Rosen
02 Flammen und Finsternis
03 Sterne und Schwerter
Novelle: A Court of Frost an Starlight (EN)


"Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen, Rhys."
[...] Rhys stiess mit seinem Glas leicht gegen meins. "Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden."

(S. 388)


Vorneweg sei erwähnt, dass es sich hierbei um den zweiten Band der Reihe handelt und bereits die Inhaltsangaben Spoiler zu Band 1 beinhalten können!

Nach den Ereignissen unter dem Berg, versuchen Feyre und Tamlin wieder Normalität in ihr Leben zu bringen. Doch Feyre kommt kaum über das Erlebte hinweg und Tamlin beginnt eine ungesunde Kontrollsucht zu entwickeln. Und dann ist da noch der Pakt mit Rhysand, dem High Lord des Hofs der Nacht, wegen dem Feyre einmal im Monat zu diesem muss. Doch langsam muss die junge Frau feststellen, dass Rhysand und sein Reich anders ist, als alle vermuten...

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich Band 1 gelesen habe und entsprechend hatte ich anfangs Mühe, in der Welt zurecht zu kommen. Vor allem auch, weil ich nicht mehr recht wusste, was denn im ersten Teil nochmal alles passiert war. Nach und nach habe ich aber in die Geschichte gefunden und mich wieder aufs neue in den wunderbaren Schreibstil verliebt.

Feyre leidet seit den vergangenen Ereignissen. Sie leidet unter Albträumen, Flashbacks - und darunter, dass sie sich gefangen fühlt. Sie kommt nur aus Tamlins Palast raus, wenn sie ihren Teil des Pakts mit dem High Lord der Nacht erfüllen muss und von diesem an seinen Hof geholt wird. Doch nach und nach erkennt sie, wer Rhysand wirklich ist, und nach und nach entfremdet die sich von Tamlin. Bis sie es nicht mehr aushält bei ihm und Rhys sie an den Hof der Nacht bringt...

Hach, so ein wunderwunderschönes Buch! Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Nachdem mich im ersten Band vor allem das letzte Drittel nicht überzeugen konnte, ja fast schon enttäuscht hatte, hat mich dieser zweite Teil rundum gepackt und endlich, endlich kann ich den Hype verstehen, habe ich Rhysand lieben gelernt und shippe ihn mit Feyre.

Ich habe mich nun also auch in Prythian verliebt. Die Geschichte startet am Hof des Frühlings, wo ich mich das erste mal überhaupt unwohl gefühlt habe. Ja, tatsächlich, Tamlin hat sich nämlich nicht zum Guten weiterentwickelt. Er leidet genauso wie Feyre unter den Erinnerungen an Amarantha, aber anstatt sich jemandem anzuvertrauen, wird er richtiggehend kontrollsüchtig. 

Feyre hat unter dem Berg in einen Pakt einwilligen müssen und muss einmal im Monat Rhys an seinem Hof besuchen. Die Abstecher an den Hof der Nacht haben mir wahnsinnig gut gefallen, das Setting da ist einfach zauberhaft. Ganz zu schweigen von Velaris... aber das müsst ihr schon selber entdecken! Weiter gehe ich auf die Geschehnisse nicht ein, sonst würde ich euch bloss spoilern.

Das Worldbuilding kann ich nur loben! Allein die Fae sind so vielseitig und -schichtig, dass es das Herz eines jeden Fantasy-Fans höher schlagen lässt. Dann kommen die verschiedenen Höfe dazu, die Orte die es zu entdecken gibt, die Geschichte, die jeder der Höfe mit sich bringt. Und schliesslich wird das ganze noch mit Magie getoppt - Gestaltwandlung, den Wind teilen, fliegen, alles was das Herz begehrt.

Zuerst hat mich Feyre's Verhalten irritiert, schliesslich hatte ich sie als Kämpferin in Erinnerung. Dann allmählich habe ich begriffen, dass sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet - und das war wirklich gekonnt umgesetzt! Die Entwicklung, die sie zwischen PTBS und einigermassen normalem Leben durchmacht, ist authentisch und es macht Freude, sie dabei zu begleiten. Feyre muss nämlich neben all den anderen Dingen, die es zu bewältigen gilt, auch lernen ihre neuen Kräfte als High Fae zu beherrschen...

Ich fand nicht den Mut, in mich zu gehen und mich zu fragen, was ich heute wollte. Was ich heute brauchte. Was aus mir geworden war.

(S. 125)


Zu Tamlin gibt es nicht viel zu sagen. In Band 1 hat er mein Herz im Sturm erobert. Und jetzt in Band 2 hat er es eben so schnell wieder gebrochen. Sein Verhalten - er mag zwar traumatisiert sein - ist unverzeihlich. Auch Lucien, den ich in "Dornen und Rosen" noch gelobt hatte, verliert ordentlich an Sympathie. 

Einen wesentlich wichtigeren Part in der Geschichte spielt der High Lord Rhysand. Dunkel, gefährlich und absolut unwiderstehlich! Ja, ich mochte ihn erst nicht, aber ja, auch ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Rhysand ist ein sehr vielschichtiger, tiefgründiger und interessanter Charakter. Und er bringt den Inneren Zirkel mit sich - seine besten und treuesten Freunde: Amren, Mor, Cassian und Azriel. Sie alle haben es mir auf ihre Art und Weise angetan. 


Ein unglaubliches Worldbuilding, vielschichtige Charaktere, unerwartete Wendungen - was will man mehr? Mich konnte "Flammen und Finsternis" komplett in seinen Bann ziehen. Der wunderbare Schreibstil ist nur das Tüpfelchen auf dem i - ja, hier ist einfach alles perfekt gelungen, rundum so, wie ich mir ein gutes Buch vorstelle!


Kleine Anmerkung noch am Rande: Das Buch wird als Jugendbuch deklariert. Wegen Gewalt, Brutalität, Folter, Missbrauch und doch einer ordentlichen Portion (einvernehmlichen) Geschlechtsverkehrs empfehle ich das Buch jedoch erst ab 18 resp. ggf. ab 16. 

Kommentare

  1. Hallöchen,

    seit ich das Buch letztes Jahr gelesen habe, gehört es definitiv mit zu meinen Lieblingsbüchern. Es gibt fast niemand besseres als Rhysand *__*

    viele Grüße
    Sunny (https://sunnywonderbookland.blogspot.com)

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  2. Liebe Katy,
    wie schön, dass dir das Buch auch gefällt! Ich liebe es ja auch so sehr <3
    Und ich habe ganz tolle Erinnerungen als ich es zum ersten Mal gelesen habe. Ich war gerade dabei, meine BA Arbeit zu schreiben und wurde dann vom Postmann überrascht. Das Buch kam früher als erwartet und dann ging's los. Die BA Arbeit war mehr oder weniger vergessen :D Ich habe dann immer eine Stunde gelesen und eine Stunde gearbeitet... Das Lesen war dabei der freudigere Part des Tages :D
    Alles Liebe,
    Janika

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