[Rezension] Palace of Silk. Die Verräterin - C. E. Bernard


Titel: Palace of Silk - Die Verräterin
Autorin: C. E. Bernard
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 448
ISBN: 
978-3-7645-3197-3
Übersetzer: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Originaltitel: Light That Flame

Band: 2 von 3

Palace-Saga
01 Palace of Glass - Die Wächterin
02 Palace of Silk -Die Verräterin 
03 Palace of Fire - Die Kriegerin (ET 23.07.2018)




"[...] Ja, gut, vielleicht bin ich tatsächlich wütend. Allerdings nicht wirklich auf dich."

[...] "Auf wen denn dann?"

[...] "Auf die Welt. Auf all jene, die nichts Besseres in sich haben als Hass und diesen Hass verbreiten, weil sie sich vor allem fürchten, was anders ist als sie. Nur weil sie ihren Geist nicht mal ansatzweise öffnen können."

(S. 238)



Nach den dramatischen Ereignissen im englischen Königshaus ist Rea mit ihren Freunden in deren Heimat Paris geflohen. Dort erhofft sie sich Freiheit und ein neues Leben für sich selber und ihren Bruder. Denn in Paris sind Berührungen erlaubt und die Menschen sind viel herzlicher und offener. Doch als ihre Freundin Ninon Rea an den französischen Hof holt, holt sie die Vergangenheit ein. Denn Prinz Robin von Englang ist nach Paris gereist - ausgerechnet um um Ninon zu werben...

Nachdem mich Band 1 nach ein paar Startschwierigkeiten richtig vom Hocker gerissen hatte, war ich natürlich wahnsinnig gespannt auf die Fortsetzung. Auch hier hatte ich ein paar Startschwierigkeiten - schlichtweg weil es ein paar Wochen her ist seit Band 1 und ich erst Mühe mit den verschiedenen Personen hatte. Auch hier wieder: Ein Glossar wäre wahnsinnig hilfreich! Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm und schnell lesen und ist sehr spannend gehalten.

Rea ist mit Ninon nach Frankreich geflohen, wo sie sich ein neues Leben aufbauen und endlich den Prinzen vergessen will. Denn in Frankreich dürfen Magdalenen frei herumlaufen. Menschen berühren, umarmen und küssen sich, wie es ihnen gefällt. Ein Traum für Rea. Doch dann wird eine Brautwerbung angekündigt: ausgerechnet Prinz Robin wird um die Hand von Ninon anhalten. Und Rea soll aller Welt beweisen, dass zwischen ihr und dem Prinzen alles vorbei ist. Leichter gesagt, als getan, denn auch Robin kann sie offenbar nicht vergessen... und während die beiden für ihre Liebe kämpfen, versuchen die Magdalenen für ihre Freiheit zu kämpfen. Denn Frankreich ist nicht ganz so frei, wie es scheint...

Der Leser begleitet in diesem zweiten Band unsere Protagonistin Rea nach Frankreich. Diese will sich ein neues Leben aufbauen mit ihrem Bruder und der Freiheit, zu tun und lassen was sie will. Paris mit ihr zu entdecken und zu erleben, hat mir wirklich gut gefallen. So viel Farbe, so viel Freiheit, so viel Liebe. Rea kommt nicht mehr aus dem Staunen heraus, und auch dem Leser wird es ein wenig leichter ums Herz. Aber natürlich ist auch da nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen... denn am Hof herrschen Ninons Bruder, der ein wenig verrückt ist, und dessen Mätresse, die ein dunkles Geheimnis verbirgt. 

Obschon ich im Grossen und Ganzen wirklich Spass am Lesen hatte und die teilweise Spannung sehr genossen habe (was vielleicht aber auch an dem regen und tollen Austausch unserer kleinen Leserunde lag), hat mich dieser zweite Teil doch enttäuscht zurück gelassen. Phasenweise hat mich das Buch nicht abholen können. Denn sobald die Protagonistin auf den Prinzen trifft, beginnt ein ewiges Hin und Her. Und das mehr als einmal... und wenn endlich eine Stelle kam, an der die Spannung gross war und die Hoffnung noch grösser, ist besagte Stelle im Sand verlaufen und dann kam wieder Hin und Her.

Anstatt dass sich Rea weiter in die Richtung entwickelt, die in Band 1 angetönt war, macht sie einen ordentlichen Schritt zurück. Sie himmelt nonstop Robin an, bringt ihre Freunde in Gefahr, beachtet nur ihre eigenen Wünsche und sowieso - unsympathischer hätte sie mir gar nicht werden können. Gegen Ende hin war ich tatsächlich ziemlich genervt von ihr. Denn es gibt nur Robin, Robin, Robin. Ihr Bruder ist in Gefahr? Egal, Robin! Ihre beste Freundin leidet? Egal, Robin! Ihre Freunde kämpfen um ihr Leben? Egal, Robin! Und wenn wir schon beim Thema Robin sind... keine Ahnung, wie ich den in Band 1 noch einigermassen toll finden konnte. Mittlerweile kann ich ihn gar nicht mehr ab. Und dass Rea ihm so verfallen ist, ärgert mich umso mehr. 

Als neue Gefahr, die es zu bekämpfen gilt, taucht die Mätresse des Königs auf. Sie fand ich sehr interessant, zumal ich bis ca. in der Mitte nicht recht wusste, welche Ziele sie verfolgt. Dann war es leider sehr vorhersehbar. Aber auch hier hätte ein wenig mehr Augenmerk auf die Vorkommnisse nicht geschadet, denn dieser Part der Geschichte ist vermutungsweise recht wichtig für alles Kommende.

Am besten gefallen hat mir indes die Beziehung Comte - René - Blanc. Die drei sind wunderbare Charaktere, jeder auf seine Art interessant und gemeinsam unschlagbar. Eigentlich habe ich das Buch wohl nur wegen den dreien ausgelesen, denn nur Rea - Robin hätte mich hier leider zu sehr gelangweilt...

Das Ende des Buches fand ich persönlich - entschuldigt die Wortwahl - ziemlich besch...eiden. Ich hoffe nun sehr auf einen guten dritten Band, der wieder mehr wie der erste ist und weniger enttäuschend. Und mit viel Ninon, René, Comte und Blanc.

Ein ewiges Hin und Her zwischen Rea und Robin vermiest hier die spannende Grundstimmung. Obschon es viel zu entdecken und zu erleben gäbe, bleibt nur diese fade Erinnerung an Rea und Robin und oh Robin! Wenn die anderen Protagonisten nicht so interessant gewesen wären, hätte ich vermutlich Schwierigkeiten gehabt, bis zum Ende zu gelangen. Nun bin ich sehr gespannt auf den letzten Teil.


An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich beim Verlag
für das tolle Rezensionsexemplar bedanken!

Kommentare

  1. Huhu :)

    Schade, dass dir der zweite Band nicht so gut gefallen hat. Mich hat schon der erste etwas zwiegespalten zurückgelassen, auch weil ich Rea nicht so gerne mochte, und ich bin mir immer noch unsicher, ob ich weiterlesen möchte.
    Ich drücke dir die Daumen, dass dich der dritte Band wieder begeistern kann! :)

    Liebe Grüße
    Chianti

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  2. Liebe Katy,
    du hast meine Gedanken zu dem Buch wunderbar in Worte gefasst. Ich glaube auch, dass man viel mehr Spaß gehabt hätte, wären Robin und Rea nicht so unsympathische Figuren. Die Idee an sich finde ich nach wie vor großartig und die übrigen Figuren, gerade die Blanc-Comte-René-Kombi, sind ja auch gut durchdacht und facettenreich.
    Das ist eine der wenigen Sachen, die ich richtig gelungen fand: Es gab Nebenfiguren, die originell und schön waren. Zwar lag der Fokus bei diesem Roman auch stark auf Rea und Robin, aber die Nebenfiguren haben immerhin noch eine Stimme bekommen.
    Ich freue mich schon sehr auf unsere nächste Leserunde!
    Hab ein tolles Wochenende <3
    Alles Liebe,
    Janika

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