Dienstag, 24. April 2018

[Rezension] Das Erbe der Magie - Ilona Andrews


Titel: Das Erbe der Magie
Autorenduo: Ilona Andrews
Verlag: LYX
Seitenzahl: 507
ISBN: 
978-3-7363-0845-9
Übersetzer: Marcel Aubron-Bülles
Originaltitel: Burn for me


Hidden Legacy
01 Das Erbe der Magie
02 Tanz des Feuers (noch kein ET bekannt)
03 Wilde Schatten (noch kein ET bekannt)




Mad Rogan starrte mich mit seinen blauen Augen an, die wie zwei Fenster Einblicke in die dahinterliegenden Abgründe boten, und Magie starrte wütend zurück zu mir. Ungeheuerliche, schockierende Magie, eine lebende Dunkelheit, in der kurze Blitze blendenden Lichts und der Macht zuckten.

(S. 89)



Nevada Baylor verdient ihren Lebensunterhalt als Privatdetektivin und spürt Fremdgeher und Versicherungsbetrüger auf - nach dem Tod ihres Vaters und der Invalidität ihrer Mutter ist sie praktisch zum Haupternährer ihrer Familie geworden. Als sie den Auftrag erhält, den mächtigen Feuermagier Adam Pierce festzunehmen und seiner Familie zurückzubringen, ahnt sie noch nicht, in was für ein gefährliches Machtspiel sie verwickelt wird. Denn nicht nur sie jagt Adam, sondern auch Connor "Mad" Rogan, der wohl mächtigste und gefährlichste Magier Houstons. Ihr bleibt nichts anderes, als sich mit ihm zu verbünden, um Adam zu fangen. Dumm nur, dass Mad Rogan ihr von Anfang an Avancen macht... und sie diesen hilflos erlegen ist.

Das Autorenduo Ilona Andrews kenne ich von der "Stadt der Finsternis"-Reihe, wo sie mich mit jedem Buch aufs Neue begeistern können. Keine Frage also, dass ich zu ihrem neuesten Werk greife. Und ich wurde nicht enttäuscht! Der Schreibstil ist cool, lässt sich flüssig lesen, steckt voller Humor, ist heiss und spannend und rasant. Auch wenn sich bei der Übersetzung ein, zwei Fehlerchen eingeschlichen haben, bin ich wieder restlos begeistert vom Schreibstil. 

Nach dem Tod ihres Vaters wird Nevada zur Hauptverdienerin ihrer Familie. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Cousin Bern leitet sie das Familienunternehmen - eine Detektei - weiter. Um den Rest ihrer Familie zu ernähren, ist sie auf jeden noch so kleinen Job angewiesen. Und so nimmt sie auch den Auftrag an, den kriminell gewordenen Feuermagier Adam Pierce festzunehmen. Doch einfacher gesagt, als getan. Denn Adam scheint ein begabter Geheimniskrämer zu sein und nicht nur das, auch der gefährlichste Magier der Stadt, Mad Rogan, hat es auf ihn abgesehen. Und Mad Rogan kommt Nevada so richtig in die Quere. Dass es gewaltig zwischen ihnen knistert, war aber nicht geplant..

Eigentlich kann ich das Buch in zwei Worten zusammenfassen: Absolutes Lesehighlight! Ilona Andrews schafft es, den Leser zu fesseln und immer, wenn man denkt, "Mann war das toll!", kommt es noch besser! Aber der Reihe nach: Die Geschichte beginnt mit einem Vorwort, in dem erklärt wird, was es mit der Magie in Houston auf sich hat. Etwas ungewohnt, aber das kam mir gerade sehr gelegen. Nach dem Vorwort folgt ein Prolog, der definitiv das Interesse des Lesers zu wecken vermag, und danach kommt die eigentliche Geschichte aus Nevada's Sicht daher. Und die hat es in sich!

Ein absoluter Höhepunkt bilden die Dialoge zwischen den Protagonisten. Denn Nevada und Mad Rogan sind beide Sturköpfe und wenn die beiden aneinander geraten, knallt es heftig. Sowohl verbal als auch emotional. Und genau diese Dialoge und Szenen machen das Buch noch besser und noch unterhaltsamer. 

Nevada und ihre Familie sind auf Anhieb sympathisch und man freut sich als Leser auf alles, was noch kommen wird. Mit jedem Kapitel kommt mehr Spannung auf, es geht wahnsinnig rasant voran und man erfährt kleine Stückchen Wahrheit, das Rätseln kommt hier nicht zu kurz. Es gibt keine einzige Stelle, die ich langweilig oder zu lang gezogen fand. Im Gegenteil, ständig passiert etwas, Nevada und Mad Rogan geraten in Gefahr, Magie wird ausgeübt, es ist ein wahres Feuerwerk der Action. Wer Fantasy mit Krimifaktor und kaum aushaltbarer Spannung mag, sollte definitiv einen Blick in das Buch werfen.

"Das Erbe der Magie" spielt in einer alternativen Version von Houston. Magisch Begabte haben einen erhöhten Stellenwert und sind in grossen Familien organisiert, die Macht und Ansehen geniessen. Doch mit Magie kommt auch immer Gefahr einher, weshalb Houston kein so richtig sicheres Plätzchen ist. 

Das Worldbuilding ist mal wieder grandios, Ilona Andrews weiss einfach, wie es geht! Die Welt von Nevada ist einerseits interessant und spannend, andererseits düster und gefährlich. Die Magie ist unglaublich vielfältig und es gibt so viel zu entdecken für den Leser. Ich hoffe auf ganz viel mehr Magie in den Folgebänden!

Besonders mit der "Grube" hat das Autorenduo mal wieder bewiesen, dass sie Meister im Erschaffen von Welten und Orten sind. Ein so düsterer und brutaler Ort, voller Gesetzloser und Krimineller, aber doch auch voller Magie. Ich will mehr davon!

Nevada Baylor ist eine wunderbare Protagonistin. Sie ist selbstbewusst und doch etwas verunsichert, da eine grosse Last auf ihr liegt. Sie ist tough, frech und nicht auf den Mund gefallen, aber auch nachdenklich, verletzlich und ja, sie ist rundum gelungen. Ich liebe sie.

Connor "Mad" Rogan ist der mächtige und gefährliche Magier, der an Nevada sofort einen Narren gefressen hat. Er ist unglaublich heiss, aber auch ziemlich tiefgründig, hat eine romantische Ader und auch auf seinen Schulter liegt eine grosse Last.

Adam Pierce ist der verrückte und kriminelle Feuermagier, der in der Geschichte den Part des Bösewichtes übernimmt. Zu Beginn war er mir durchaus sympathisch, da ich seine Beweggründe und Wünsche nachvollziehen konnte.

Neben den Hauptprotagonisten bietet die Geschichte noch weitere tolle Charaktere, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte. Nevada bringt neben ihrer knallharten aber invaliden Mutter auch zwei jüngere Schwestern mit Teenagerproblemen mit, sowie zwei Cousins, von denen mir vor allem Bern, der Nerd, unglaublich gut gefallen hat. Und last but not least und der Burner der Geschichte: Grossmutter Frieda. Sie ist eine Automechanikerin mit einer Vorliebe für heisse junge Männer, die unglaublich viel Liebe und Humor hat und ordentlich was einstecken kann. Fast würde ich behaupten, dass Oma Frieda die eigentliche Attraktion der Geschichte ist.

Das Autorenduo schafft es einfach immer wieder, authentische und verschiedene Charaktere zu gestalten, die einem nahe gehen oder die einen das Fürchten lernen. Perfekt ausgearbeitet und mit Ecken und Kanten.

Im gewohnt unterhaltsamen Stil wird hier eine magische und actionreiche Story erzählt, gespickt mit unglaublich viel Humor und wunderbar komischen Dialogen, voller aussergewöhnlicher Charaktere und mit einem ordentlichen Schuss Erotik. Ich möchte Band 2 am liebsten auf der Stelle lesen!




An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Lesejury und beim Verlag für das tolle Leseexemplar bedanken! 
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1 Kommentar:

  1. Guten Morgen,
    das Buch hört sich richtig gut an. Ich werde es mir mal auf die Wunschliste legen. :)
    Danke für die Rezension. <3

    Hab einen tollen Tag!

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