Montag, 26. März 2018

[Rezension] Durch Magie erwacht - Christina M. Fischer





Titel: Durch Magie erwacht 
Autorin: Christina M. Fischer
Verlag: Dark Diamonds
Seitenzahl: 410
ISBN: 
978-3-646-30078-9




Seltsam, die Stellen, an denen er mich berührt hatte, brannten förmlich. Wahrscheinlich stammte die Hitze vom unsichtbaren Höllenfeuer um ihn herum. Es war ausgeschlossen, dass die Chemie zwischen uns stimmte.

(S. 37)


Nachdem ihr Schulprojekt so richtig katastrophal geendet hat und eine Phönixkönigin auf der Flucht ist, sieht sich die junge Magiestudentin Mel gezwungen, ihren zuständigen Hexenmeister Ash Bradack aufzusuchen. Dieser gilt aber als hart und unnahbar und so ist klar, dass die Funken fliegen, als die beiden eigensinnigen Magiebegabten aufeinandertreffen. Doch das Feuerwesen muss eingefangen werden - zum Schutze der Menschheit. Und so müssen sich Mel und Ash auf ein waghalsiges Abenteuer begeben, bei dem nicht nur der Phönix Funken schlägt...

Bei "Durch Magie erwacht" handelt es sich mal wieder um einen klassischen Fall von unglaublich schönem Cover! Der Klappentext klingt auch vielversprechend und so habe ich mich in dieses magische Abenteuer gestürzt. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen und hat mir gefallen, auch wenn ich mir etwas mehr Individualität erhofft hatte.

Die junge Hexe Mel wünscht sich nichts mehr, als ihr Magiestudium abzuschliessen und einen Hexenladen zu eröffnen. Ihr aktuelles Projekt für ihr Studium ist das Ausbrüten eines Dracheneis, doch natürlich kommt es immer anders als man denkt. Und so schlüpft anstelle eines Drachens eine waschechte Phönixkönigin - und zu allem Übel entflieht diese Mel auch noch. Um Schlimmeres zu verhindern muss sie sich mit ihrem unnahbaren Hexenmeister Ash und dessen illustren Freunden zusammenschliessen. Und während Mel einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur kommt, kommt sie auch Ash immer näher...

Ich muss zugeben, das Buch und ich haben so etwas wie eine Hass-Liebe zueinander entwickelt. Einerseits hat es unglaublich Spass gemacht, in die magische Welt von Mel abzutauchen, Abenteuer zu erleben und mitzurätseln. Andererseits... ja andererseits habe ich mich oft auch etwas genervt. So fällt Mel und ihren Freunden alles vor die Füsse, sie sind alle irgendwie übermächtig (geworden), ganz speziell und sowieso, nur Mel ist ganz normal und etwas naiv, aber dann gleichzeitig auch totaaal begabt was Magie angeht. Das alles war mir einfach zu rund und stimmig und perfekt.

Wie es der Klappentext bereits angetönt hat, kommt auch eine Liebesgeschichte vor. Diese war für mich leider absolut nicht nachvollziehbar. Genau so wie viele andere Gefühle und Regungen der Protagonisten. Und wenn wir schon bei den negativen Punkten sind: ICH KANN ES EINFACH NICHT AB, WENN MÄNNER IN BÜCHERN IHRE FRAUEN ALS KLEIN, KÄTZCHEN ETC. BETITELN! Oder in diesem Fall "Kleine Hexe". Und nicht nur Ash, sondern auch all seine Freunde und gar seine Mutter sprechen von Mel - egal ob diese anwesend ist oder nicht - immer nur von der "kleinen Hexe". Und dies obschon Mel mit ihren "ein Meter achtzig" (S. 17) nicht unbedingt klein ist.

Die Story spielt grösstenteils in der Stadt Miramar im US-Bundesstaat Florida. Auf die Beschreibung der Stadt selber wird nicht viel Zeit verschwendet, was hier total okay ist. Denn der Fokus liegt auf der Erklärung der Welt, unserer Welt, in der Magie herrscht und auch Elfen leben, die aus der alten Welt kommen.

Das Worldbuilding hat mir wirklich sehr zugesagt. Urban Fantasy ist sowieso genau mein Ding und so hat mich die Welt, welche die Autorin hier geschaffen hat, richtig faszinieren können. Die Mischung aus Magie und Elfen und magischen Wesen war toll, wenn auch manchmal etwas gar chaotisch und unübersichtlich. Ganz ehrlich? Ich weiss jetzt noch nicht, wie viele "Wächter" es in der Geschichte gab, einfach weil es so unüberschaubar dargestellt war. Aber mal abgesehen davon war das Worldbuilding rundum gelungen und besonders die (wenigen) Szenen in der alten Welt waren soooo spannend!

Mel, 23 Jahre jung, begabte Tränkebrauerin, etwas naiv, bücherliebend aber sehr begabt ach ja und hab ich erwähnt dass die begabt ist? Mary Sue schlechthin. Mit ihr wurde ich leider so gar nicht warm. Sie ist zwar umgänglich, aber das war es auch schon, nachvollziehen konnte ich ihre Taten und Aussagen nicht und ihre Gefühle erst recht nicht.

Ash Bradack, Hexenmeister, geheimnisvoll und unnahbar und rothaarig. Und natürlich attraktiv und gut gebaut. Und wahnsinnig mächtig. Und mit einer schlimmen Vergangenheit, die unsere Protagonistin erst aus ihm herauskitzeln muss. Und ein liebevoller perfekter Liebhaber. Oh, ein Stereotyp, schaut mal!

Neben den beiden gibt es noch unzählige andere Charaktere und mehr oder minder fantasievoll benannte Persönlichkeiten. Richtig gut fand ich keinen, einen Draht hatte ich auch zu niemandem aufbauen können, ausser Percy, den Mitbewohner von Mel, den fand ich zu Beginn richtig toll. Aber auch nur zu Beginn. Die Charaktere sind alle etwas zu stereotyp, zu begabt, zu perfekt und konnten mich persönlich nicht wirklich überzeugen.

Der letzte Funke ist leider nicht übergesprungen. Ja das Buch lässt sich flüssig lesen, die magischen Aspekte sind unterhaltsam und es macht Spass, alles mitzuverfolgen. Aber dann sind da noch die Stereotypen, die zu runden und perfekten Charaktere und Geschehnisse und dieses ewige "kleine Hexe"...



An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich beim Verlag
für das tolle Rezensionsexemplar bedanken!


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