Dienstag, 5. September 2017

[Rezension] Ein Kelch voll Wind - Cate Tiernan

Titel: Ein Kelch voll Wind
Autorin: Cate Tiernan
Verlag: cbt (Dark Moon)
Seitenzahl: 318
ISBN: 
978-3-570-38033-8

Übersetzer: Kathrin Wolf
Originaltitel: Balfire. A Chalice of Wind

Band: 1 von 4

Hexenflammen

01 Ein Kelch voll Wind
02 Ein Ring aus Asche
03 Eine Feder aus Stein
04 Ein Band aus Wasser


Die Freuden der Magie gingen unweigerlich mit der beschwerlichen Verantwortung einher, sie zu beherrschen. Das Vergnügen, die Zauberkraft anzurufen, wurde von der absoluten Notwendigkeit, genau das zu tun, geschmälert.
(S. 301)



Als Thais Allard nach dem Tod ihres Vaters nach New Orleans zu einer ihr kaum bekannten alten Freundin von ihm ziehen muss, bricht ihre Welt komplett zusammen. In ihrer neuen Schule trifft sie auf Clio Martin, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Schnell ist klar, dass die beiden Zwillinge sind, die bei der Geburt getrennt wurden. Thais hat plötzlich wieder eine Familie - und gleichzeitig muss sie herausfinden, dass in ihr Hexenblut fliesst und ein mächtiger Hexenzirkel hinter ihnen her ist...

Hexengeschichten waren schon immer meins. Auf "Ein Kelch voll Wind" hatte ich also schon eine ganze Weile ein Auge geworfen. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und ich habe ihn als sehr angenehm empfunden, trotz des einen oder anderen Fremdworts. Zu Beginn hatte ich meine Mühe mit der Geschichte, da es ziemlich viele Perspektivenwechsel gibt, aber das legt sich schnell wieder. Die Kapitel sind abwechslungsweise aus der Sicht von Thais und Clio gehalten und zwischendurch aus der Sicht von anderen wichtigen Charakteren.

Der Klappentext nimmt schon sehr viel vorweg: Thais muss nach New Orleans ziehen, wo sie auf Clio trifft, die offensichtlich ihre Zwillingsschwester ist und zudem auch noch eine Hexe. Während die beiden ihre Herkunft zu ergründen versuchen, geraten sie immer wieder in Gefahr, verlieben sich und bleiben dennoch ganz normale Teenager. Clio und Thais sind wie Tag und Nacht und dennoch verstehen sie sich auf Anhieb.

Die beiden Protagonistinnen fand ich sehr gelungen. Sie beide sind komplett verschieden und sich dennoch sehr ähnlich. Während Clio bei ihrer Grossmutter aufwächst und seit klein auf Kontakt mit Magie hat, ist das für Thais totales Neuland. Denn die beliebte und erfolgreiche Schülerin ist bei ihrem Vater aufgewachsen und Magie war für sie stets nur Fantasie. Gleichzeitig haben sie beide ähnliche Ängste und Wünsche und irgendwie scheint da etwas zu sein, dass sie sehr verbindet, obschon sie sich erst seit kurzem kennen.

Einige der Vorkommnisse und Auflösungen waren für mich recht vorhersehbar, aber das kann unter anderem eben auch an der Inhaltsangabe, die sich in den Weiten des Internets finden lässt, liegen. Trotzdem hatte ich viel Spass an der Geschichte und sie hat sich rasant weglesen lassen. Denn irgendwie entdeckt man immer etwas Neues und es passiert irgendetwas. Besonders Thais' Kapitel haben mir gefallen, da sie alles ganz neu erfährt und vorher noch nie Kontakt zu Magie hatte.

Die Geschichte um die Zwillinge spielt in New Orleans, was für mich ein weiterer Pluspunkt ist. Ich interessiere mich schon eine Weile für die Stadt und obschon ich noch nie dort war, fand ich die Ortsbeschreibungen sehr authentisch und es hat mir Spass gemacht, die Stadt so kennen zu lernen.

New Orleans als Hauptort der Geschichte fand ich gut gewählt, hat die Stadt doch schon immer ein wenig den Hang zu Voodoo und co. gezeigt. Auf diesem System ist auch die Magie in "Ein Kelch voll Wind" aufgebaut. Ich habe die Magie als Mischung zwischen Wicca und Voodoo empfunden - es existieren sowohl Beschwörungen, wie wir sie aus Charmed kennen, aber auch die Bonne Magie und der dunkle Gegenpart dazu, die Magie Noir. Ich habe mich in dem Setting und diesem Magiesystem sehr wohl gefühlt und freue mich definitiv auf mehr!

Thais Allard ist gerade eben zur Vollwaise geworden und ihre Welt ist für sie zusammengebrochen. Sie ist eine vernünftige und zuverlässige, ehrgeizige Schülerin, die ihr altes Leben geliebt hat. Dass sie nun in New Orleans bei Axelle, einer angeblichen Freundin ihres Vaters, leben soll, bringt sie komplett aus dem Konzept. Thais war mir wahnsinnig sympathisch, da ich mich gewissermassen in ihr wiedererkannt habe.

Clio Martin ist das exakte Gegenteil ihrer Zwillingsschwester: Sie steht auf Klamotten, Jungs und Parties und nimmt das Leben nicht allzu ernst. Zu Beginn habe ich sie als recht arrogant empfunden, aber mit der Zeit bin ich auch mit ihr warm geworden.

Die Protagonistinnen fand ich gelungen und authentisch und auch die Nebencharaktere waren wirklich toll: Grossmutter Petra, die schräge lederliebende Axelle, der etwas seltsame Daedalus, Goth Richard, und natürlich André und Luc - sie alle sind eigene Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen und Hoffnungen und Fehlern.

"Ein Kelch voll Wind" ist ein spannender und magischer Auftakt zu einer Reihe voller Hexenkunst und, Gefahr, Geschwisterliebe, Geheimnisse und Herzschmerz. Ich freue mich auf den nächsten Band.

1 Kommentar:

  1. Halli hallo

    Diese Reihe habe ich ja schon ewig auf meiner Online- Biblio- Merkliste....Irgendwie vernachlässige ich aber den Tolino wieder mal schändlich ;)
    Na ja im Oktober gehen wir in die Ferien da wird er dann wieder mal zum Einsatz kommen

    Liebe Grüsse
    Bea

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