Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Druidenblut - Raywen White

Mystic Highlands 1: Druidenblut


Titel: Druidenblut

Autorin: Raywen White
Verlag: Dark Diamonds
Seitenzahl: 3
EAN: 
9783646300574

Band: 1 von ?


Mystic Highlands

01 Druidenblut
02 erscheint voraussichtlich im Dezember 2017



"Ich werde dich beschützen, egal was passiert." Seine Hand strich beruhigend über ihren Rücken. "Ich werde dich nicht noch einmal verlieren. Hörst du?"
(S. 180)


Als Rona von ihrem Groscousin eine Einladung und Flugtickets nach Schottland, dem Land ihrer Vorfahren, findet, ist für sie klar: Sie muss da hin! Dass ihre Eltern den Brief vor ihr versteckt haben und sie mit allen Mitteln vor der Reise abhalten wollen, ignoriert sie dabei. Als sie in Schottland landet, erwartet sie nicht nur atemberaubende Natur, sondern auch ein nicht minder atemberaubender Groscousin Sean. Bei ihrer gemeinsamen Reise durch das Land kommen sich die beiden immer näher und Rona kann dabei fast vergessen, dass sie dauernd komische Dinge sieht. Doch Schottland birgt mehr Gefahren als nur ein paar Halluzinationen...

Das wunderschöne Cover und der spannend klingende Klappentext haben mich regelrecht gelockt. Ich war ziemlich schnell in der Geschichte drin, auch wenn ich vom Schreibstil nicht unbedingt angetan war; er wirkt leider sehr anfängerhaft und ist nichts besonderes.

Die Geschichte beleuchtet das Leben von Rona, die in ihrer Kindheit ihre Heimat Schottland verlassen musste und seither immer Sehnsucht danach hat. Die Flugtickets, die sie von ihrem Verwandten erhält, kommen da gerade recht. In Schottland lernt sie Sean kennen, ihren attraktiven Grosscousin, mit dem sie ihre frühe Kindheit verbracht hat - nur dass sie sich komischerweise nicht daran erinnern kann. Auf der gemeinsamen Reise fängt sie plötzlich an, Geister, falsche Spiegelbilder und gruselige Erscheinungen zu sehen und auch ihre Erinnerung kommt langsam zurück, Erinnerungen über ihre wahre Herkunft.

An und für sich spricht mich der Inhalt sehr an. Leider konnte mich das Buch lange nicht überzeugen resp. nur mässig unterhalten. Denn ein Grossteil des Buches besteht aus immer demselben Ablauf: Aufstehen, Frühstücken, Sightseeing, Abendessen, Schlafen. Dazwischen immer Gekribbel im Bauch und das sehnsüchtige Ziehen von Ronas Unterleib, gemischt mit der einen oder anderen Halluzination und ewigem Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten. So plätschert das Buch lange vor sich hin und meine Begeisterung verabschiedete sich langsam. 

Auch mit der Protagonistin wurde ich nicht warm. 21 Jahre alt und behauptet, sie sei erwachsen, benimmt sich dabei aber quengelig und kindisch, womit ich sie teilweise wirklich fast als Kind wahrgenommen habe. Zudem lässt sich sich von A bis Z bedienen und krümmt nicht ein einziges Mal einen Finger. Ihre bevorzugte Fortbewegungsmethode: Sich von Sean tragen lassen.

Erst gegen Ende des Buches kommt Spannung auf und da macht die Geschichte eine krasse Wandlung: Plötzlich ist das Buch spannend, rasant, mystisch, interessant, die Protagonistin verhält sich nachvollziehbar und sogar der Schreibstil ist auf einmal viel besser. Das Ende war super (wenn auch seeehr vorhersehbar - so wie leider das meiste der Geschichte) und ich werde Band 2 sicher noch eine Chance geben.

Das Buch startet in einer Wohnung in New York. Der Hauptaugenmerk fällt dann aber schnell auf Schottland und schon bald befindet sich der Leser mitten in diesem sagenumwobenen land. Die Autorin verbringt viel Zeit mit Landschaftsbeschrieben und dennoch habe ich dieses "vor Ort sein"-Gefühl nur selten gehabt. Die ein oder andere Location werde ich aber noch nachschlagen müssen, den interessant klangen die Castles und Lochs und Sehenswürdigkeiten allemal.

Rona ist eine junge Studentin, die ihren Platz im Leben noch sucht. Sie ist wohlbehütet als Einzelkind aufgewachsen und hat wohl immer bekommen, was sie wollte. Das erklärt auch, warum sie sich so rücksichtslos verhält: Sie hilft weder beim Kochen, noch beim Tragen geschweige denn beim Zeltaufbau. Und als wäre das nicht genug, lässt sie sich auch immer noch von Sean auf Händen tragen. Wie bereits erwähnt wurde ich nicht wirklich warm mit ihr und habe sie als sehr kindisch und unreif empfunden.

Sean ist ein paar Jahre älter als seine Grosscousine und auf seinen Schultern lastet gefühlt die ganze Welt. Er ist sich seiner Verantwortung mehr als bewusst, was ihm öfters mal im Weg steht. Dennoch ist er offensichtlich ein wenig Typ Player/Badboy (was denn auch sonst...) und natürlich waaahnsinnig heiss und voll tätowiert. Obschon mir Sean einiges sympathischer als Rona war, wurde ich auch mit ihm nicht vollkommen warm.

Alles in allem fand ich, dass die Charaktere etwas blass blieben und alles, was sie wohl hätte sympathisch wirken lassen sollen, hat eher zum Gegenteil davon geführt. Die einzig wirklich sympathische und unterhaltsame Figur in "Druidenblut" war Logan, ein guter Freund von Sean, doch der kam nur am Rande mal vor.

"Druidenblut" kann leider erst gegen Ende mit Spannung, Mystik und Action trumpfen, vorher plätschert es langsam vor sich hin und kann nicht wirklich überzeugen. Auch das wahnsinnig tolle Ende kann die Geschichte nicht mehr vollkommen retten und so bleibt das Ende das einzige an diesem ersten Band, das zu befriedigen vermag.


An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich beim Verlag


für das tolle Rezensionsexemplar bedanken!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen