Samstag, 24. Juni 2017

[Rezension] Paper Swan - Leylah Attar





Titel: Paper Swan - Ich will dich nicht lieben
Autorin: Leylah Attar
Verlag: LYX
Seitenzahl: 392
ISBN: 
978-3-7363-0289-1
Originaltitel: Paper Swan







Ich war schon jetzt tot. Die Wahrheit befreit einen nicht immer. Sie kann einen auch umbringen [...]. Alles, woran ich geglaubt, was ich für real gehalten hatte, war ein Hirngespinst.
(S. 197)


Skye Sedgewick, verwöhnte Tochter eines reichen Geschäftsmannes, erwacht eines Abends geknebelt in einem stickigen Kofferraum. Sie ist sich sicher, dass ihr Entführer sie umbringt, doch er verschont sie und verschleppt sie auf ein Boot, wo er sie gefangen hält. Als alle ihre Fluchtversuche scheitern, gibt Skye auf und verzieht sich in Gedanken zurück in ihre Kindheit, zurück in die Zeit, in der es nur sie und ihren besten Freund, Origami-Tiere, Erdbeeren und die fantastischen Geschichten ihrer Nanny gab. Beinahe gibt sie vollständig auf, bis Skye bewusst wird, wer sie da entführt hat...

Ja ich gebe zu, auf das Buch bin ich nur wegen des wunderschönen Covers aufmerksam geworden. Und das ist gut so. Denn "Paper Swan" hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm, spannend, rasant und gleichzeitig sehr detailliert und mit vielen Infos versehen. Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt, die jeweils die Sicht und Geschichte von Skye und ihrem Entführer darlegen.

Beginnen tut das Buch direkt damit, dass Skye im Kofferraum eines Autos erwacht. Die Gefühle der Protagonistin werden sehr intensiv und authentisch herübergebracht, ich hatte Angst um sie, hatte Herzklopfen, musste bangen. Skye ist zwar eine ziemlich verwöhnte, sehr versnobte junge Frau, dennoch hat sie mir unendlich leid getan. Natürlich nimmt der Klappentext viel vorweg und man hat ziemlich schnell die eine oder andere Vermutung, wer denn der geheimnisvolle Entführer sein könnte. Dennoch ist besonders der erste Teil wahnsinnig spannend gestaltet. Die weiteren Teile des Buches beleuchten den Entführer, dessen Vergangenheit und ich gehe jetzt nicht genauer darauf ein, da ich nicht spoilern will. Nur so viel; in "Paper Swan" steckt viel Geschichte, Spannung, Drama, Hintergrundwissen, viele Liebe zum Detail und es ist absolut lesenswert.

"Paper Swan" besticht mit seinem Setting, wie auch mit seinen Charakteren. Beide sind liebevoll ausgearbeitet, detailliert beschrieben und sehr authentisch. Da bei Geschichten wie diesen Spoilergefahr besteht, verzichte ich darauf, diese Punkte näher zu besprechen. Mich konnten aber sowohl die verschiedenen Handlungsorte als auch die Protagonisten überzeugen, vor allem auch der Wandel, den diese durchmachen.

"Es ist entweder dies oder das [...] Du hast die Wahl zwischen Liebe und Hass. Denn wo das eine ist, wird das andere vergehen."
[S. 262]

Ein wenig Abzug muss ich dennoch geben, weil mich vor allem der zweite Teil etwas aus dem Lesefluss geworfen hat. Ich habe nämlich durchgehend eine Art Krimi erwartet, es hat sich dann aber eher richtig Familiengeschichte entwickelt. Auch interessant, nur eben nicht das, womit ich gerechnet habe. Der zweite Teil war etwas langatmig, mit dem dritten Teil ist dann die Spannung zurückgekehrt und ich hatte mich an das neue "Klima" angewöhnt. Den Rest der Geschichte habe ich praktisch inhaliert und zum Schluss hatte ich ordentlich Pipi in den Augen (was bei mir selten bis nie vorkommt).

Ein spannendes Drama voller Leibe und Hass, Geheimnisse und Enthüllungen, Erinnerungen und verzweifelter Zukunft. Trotz einer kleinen Länge konnte mich das Buch packen, fesseln, überzeugen und lässt mich mit einem kleinen Bookhangover zurück.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen