Donnerstag, 5. Januar 2017

[Rezension] Fairy - Liane Mars

Titel: Fairy
Autorin: Liane Mars
Verlag: 
At Bookshouse Ltd.
Seitenzahl: 400
ISBN: 
978-9963-53-495-1
Band: 3 von 3



Reihe
Das Band der Magie
1. Aeri
2. Liah
3. Fairy


"Das war das Nervige an der Magie. Sie zwang einen zu ganz verrückten Dingen."
(S. 140)

Die junge Fairy ist schon lange heimlich in den Krieger Brahn verleibt. Blöd nur, dass die Urmutter, Herrscherin über ihr Volk, niemals eine Verbindung zwischen den beiden akzeptieren würde, denn eine Verbindung zwischen Fairy's Volk, den Pari, und dem Volk von Brahn, den Shadun, ist verpönt und undenkbar. Ausserdem hat Fairy auch gerade grössere Probleme, als Verliebtsein. Zum Beispiel die vielen Bäume, die langsam sterben, und denen offenbar nur sie helfen kann. Doch dann stellt die Urmutter ihr eine unsäglich Aufgabe, und Fairy muss sich entscheiden; ihr Volk, oder Brahn's?

Seit Band 1 bin ich Fan von der Reihe und vor allem auch vom Schreibstil der Autorin. Und auch wenn es wiederum eine ganze Weile her ist, seit ich den zweiten Teil gelesen habe, war ich sofort wieder in der Welt der Mar versunken. Mir persönlich sind aber in diesem dritten Teil Wörter aufgefallen, die ich gar nicht gerne lese in einer Fantasy-Geschichte wie dieser; Anglizismen, wie z.B. Sixpack und Snob. Eine kleine Kritik an einem sonst grossartigen Schreibstil.

Die Fantasie der Autorin ist einfach grossartig. Sie schafft unglaubliche Wesen, eigene Völker, die man so noch nicht gesehen hat, Magie und Liebe. Doch hier war mir genau das plötzlich zu viel. Wo ich in Band 1 und 2 noch begeistert von der Vielfalt war, war mir diese hier zu wild. Und gleichzeitig kann ich die Welt der Autorin wieder nur loben. Vorallem die Elementargeister haben es mir so richtig angetan. Natürlich allen voran: Hicks, der Erdgeist mit Dauerschluckauf. Wie süss ist das denn bitte? Ich bin also etwas ambivalent gestimmt. Einerseits ist die Welt - sind die Wesen darin - einfach wunderbar. Andererseits sind gewisse Dinge, Fähigkeiten, Gestalten, zumindest in diesem Band einfach ein bisschen zu viel. Weniger ist manchmal mehr.

Vor allem im mittleren Teil des Buches, waren mir die Fähigkeiten gewisser Protagonisten too much. Vielfalt ist schön und gut, sollte aber auch ihre Grenzen haben. Alles in allem hat mir der mittlere Teil des Buches nicht sooo gut gefallen, da sehr viel Kampfszenen vorkamen. Nichts gegen Kampfszenen, hier waren sie mir aber einfach zu bunt, zu fantastisch. Im ersten Teil des Buches lernt man mehr von Fairy kennen, der Hauptprotagonistin und Namensgeberin von Band 3, man lernt Brahn wieder lieben (schon seit Band 1 bin ich verknallt in ihn), es ist locker und witzig und gleichzeitig plagt einen eine düstere Vorahnung. Also ein gelungener erster Abschnitt. Dann kommt besagter mittlerer Teil, der mir zu chaotisch war. Zum Glück hat dann das letzte Drittel alles wieder gerettet. Ich will jetzt hier nicht spoilern, aber gerade dieser letzte Abschnitt ist wirklich zauberhaft geschrieben und beschrieben und es fühlt sich wie ein Märchen an, sodass einem das Herz aufgeht.

Während die ersten beiden Teile der Reihe noch so richtig zum lachen anregen, wirkt dieser dritte Band eher düster und bedrohlich. Was nicht zuletzt an der Urmutter liegt, Herrscherin der Pari. Und an Fairy, die irgendwie immer zu viel nachdenkt, und dann auch wieder zu wenig. Dennoch ist es ein würdiger Abschluss (oder kommt da noch mehr?) für diese Reihe. Mir hat es - mit ein paar wenigen Szenen - Spass gemacht, diesen dritten Band zu lesen und ich kann die Reihe jedem Fantasy-Fan nur empfehlen.

Auch der dritte Band spielt wieder in der magischen Welt, die von den Mar bewohnt wird, magiebegabten Wesen. Wer Band 1 und 2 nicht gelesen hat, wird sich hier hilflos verlaufen, Vorwissen wird definitiv benötigt! Rentiert aber auch, denn die Welt und die Wesen darin sind es wirklich Wert, entdeckt zu werden.

Diesmal im Mittelpunkt stehen das Volk der Pari und dasjenige der Shadun. Die Pari sind kleinwüchsige Waldwesen mit Haut ähnlich wie Rinde und Dornenranken auf dem Kopf. Sie leben zurückgezogen und abgeschottet von anderen Völkern - auf Befehl ihrer Herrscherin, der Urmutter. Die Shadun hingegen sind eine grossgewachsene Kriegerrasse, die sich in Wölfe verwandeln können und deren eigentliche Form Schatten sind. Sie leben mit den anderen Mar zusammen ein friedliches Leben, aber wehe, man bedroht ihre Liebsten! Die Shadun waren mir von Anfang an die liebste Rasse aus der Geschichte. Sie sind stark und beschützerisch und doch sehr authentisch und liebevoll.

Hauptschauplatz sind der Wald der Pari und das Dorf der Mar. Beide waren wunderbar beschrieben. Aber manchmal hätte mir eine Karte bei der Orientierung geholfen!

Fairy ist eine junge, eigensinnige Pari. Sie scheint eine besondere Gabe zu besitzen, respektive gleich zwei - einerseits kann nur sie die kranken Bäume retten. Und andererseits hat sie eine natürliche Begabung, Brahn in Lebensgefahr zu bringen. Richtig gelesen. Mehrere Male versucht Fairy nämlich ihren Schwarm umzubringen - meist ziemlich ungewollt. Sie war mir eigentlich von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn mich ihre Egotouren manchmal etwas genervt haben. Aber diese haben zur Charakterentwicklung beigetragen und deshalb kann ich darüber hinwegsehen. Apropos Charakterentwicklung. Diese war zwar sehr gelungen, leider aber auch vorhersehbar...

Brahn ist über beide Ohren verliebt in Fairy. Für einen Krieger ist er ganz besonders romantisch veranlagt, um nicht gar zu sagen, hoffnungslos romantisch. Und gleichzeitig nicht sehr begabt in romantischen Dingen, was wirklich sehr komisch war und gut umgesetzt wurde. Er ist wahnsinnig bemüht um Fairy, was mich richtig gerührt hat. Vor allem seine Geduld und sein Verständnis haben mir sehr gut gefallen.

Hicks ist ein Erdgeist, der sich irgendwie an Brahn gebunden hat. Natürlich nicht auf magische Weise, aber trotzdem lässt der kleine Kerl den Shadun nicht mehr aus den Augen. Dass er ständig Schluckauf hat, macht ihn ganz besonders niedlich. Und so baut er immer mal wieder das Haus von Brahn um oder buddelt ungewollt Löcher in die Erde.

Besondere Erwähnung verdient hier auch die Herrscherin der Pari - die Urmutter. Wer oder was diese genau ist, erzähle ich euch hier nicht, nur, dass sie ein unglaublich gemeiner, hinterhältiger Charakter ist. Grausam. Ganz ehrlich? Sie ist sogar noch schlimmer als Professor Umbridge aus Harry Potter!

Der dritte Band der Reihe entführt den Leser wieder in eine magische Welt voller unglaublicher Geschöpfe. Ein toller Schreibstil, gelungene Charaktere und ein wunderbares Ende. Dennoch konnte mich das Buch nicht ganz so vollkommen überzeugen, wie die Vorgänger.

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