Donnerstag, 21. Juli 2016

[Rezension] Ein Leben aus Glas - Valentina Fast

Titel: Ein Leben aus Glas
Autor: Valentina Fast
Verlag: Impress
Seitenzahl: 235
ISBN: 
978-3-646-60160-2
Band: 1 von 6 + 1 Spin-Off

Reihe
Royal
1. Ein Leben aus Glas
2. Ein Königreich aus Seide
3. Ein Schloss aus Alabaster
4. Eine Krone aus Stahl
5. Eine Hochzeit aus Brokat
6. Eine Liebe aus Samt
Spin-Off: Princess - Der Tag der Entscheidung

Ich hasste dieses wirdeliche Kribbeln in meinem Bauch, wenn er in meiner Nähe war. Ich hasste es, wie sehr er mich durcheinander brachte. Doch noch mehr hasste ich es, wie sehr er mich tief in meinem Inneren berührte. Ich wollte, dass er mich mochte.
(S. 149)


In Viterra, einer Stadt unter einer gigantischen Glaskuppel, leben die letzten Menschen der Erde, vereint in Harmonie und mit strengen Regeln. Eine davon ist Tatyana, genannt Tanya, die bei ihrer Tante in Bescheidenheit lebt und sich deren Launen fügen muss. Dabei will sie nur eines: frei sein und ihr Leben selbst bestimmen. Als ihre Tante sie für die Prinzessinnenwahl anmeldet, sieht sie ihre Chance, dies endlich verwirklichen zu können. Doch die Wahl ist anders als sonst, denn diesmal treten 4 junge Männer an - und wer der Prinz ist, weiss niemand. Denn er will eine Frau finden, die ihn wirklich liebt. Zusammen mit anderen Mädchen muss Tanya nun um die Gunst der Männer buhlen, doch dass sie die Jungs sosehr aus dem Konzept bringen, hätte sie nicht gedacht...

"Ein Leben aus Glas" ist der Auftakt zu einer 6-teiligen Reihe (mit Spin-Off). Da Prinzessinnen nicht so meins sind, war ich natürlich ein wenig skeptisch. Aber ich habe recht schnell in die Geschichte rein gefunden.

Tanya ist eine sehr sympathische Protagonistin, die eigentlich nur ihre Ruhe und Freiheit haben will. Als ihre Tante sie für die Wahl anmeldet, ist sie alles anders als begeistert - doch sie bekommt versprochen, dass sie danach bei ihrer Schwester wohnen und eine Lehre in deren Schmuckschmiede beginnen darf. Also rafft sie sich auf und gibt das beste. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass die vier jungen Männer, von denen ein Prinz ist, sie gehörig aus der Bahn werfen. Vor allem Phillip. So entstehen ein paar sehr witzige Situationen, aber auch einige eher nervige Begegnungen. Natürlich ist in einem Schloss voller willigen jungen Frauen nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Und auch die vier Jungs sind nicht nur charmant und gut erzogen.

Der Schreibstil ist recht locker und leicht gehalten, manchmal noch etwas unausgereift. Gerade die Konversationen fand ich oft sehr plump. Dafür muss ich einen halben Stern abziehen. Ausserdem haben mich die für den Leser informativen Teile etwas gestört, die in Gespräche eingebunden waren. Es ist einfach unlogisch, dass ein Bewohner von Viterra einem anderen die Regeln ihrer Gesellschaft erklärt, denn dieser kennt die ganz bestimmt auch. Ich hoffe, dass sich das in den Folgebänden noch legt.

Einen weiteren halben Stern Abzug gebe ich, weil ich oft die Augen verdrehen musste. Das ewige hin und her zwischen Tanya und Phillip war nämlich schon jetzt recht mühsam und für mich gleichzeitig unnötig und vor allem unerklärlich.

Alles in allem wurde ich aber sehr gut unterhalten und natürlich muss ich weiter lesen, denn ich stelle schon die wildesten Vermutungen an, wer denn nun der Prinz ist!

Viterra war einst der Plan, eine neue, kleine, heile Welt zu schaffen. Abgeschottet vom Rest der Welt und vor den Giftstoffen in der Atmosphäre geschützt unter einer riesigen Glaskuppel. In Viterra herrschen strenge Regeln, dafür gibt es kaum Kriminalität und alles ist zum Wohle der Bewohner. Nach dem dritten Weltkrieg waren die Bewohner von Viterra die einzigen noch lebenden Menschen.

Mir gefällt diese kleine, feine Welt von Viterra sehr. Sie ist gleichermassen futuristisch, wie auch zeitgemäss und ich bin gespannt, was da noch alles auf mich zukommt.

Tanya, die Hauptprotagonistin, ist mir sehr sympathisch. Sie will frei sein und ihr Leben selbst bestimmen und sie hält nicht sonderlich viel von gesellschaftlichen Vorschriften. Stellenweise hat sie mich aber auch ein wenig genervt.

Die vier jungen Männer, Phillip, Henry, Fernand und Charles sind auf ihre Art alle sehr eigen. Bisher finde ich sie alle toll, abgesehen von Charles, den kann ich nicht ab. Besonders Phillip hat es mir angetan ;-).

Die Charaktere der Geschichte sind jetzt nicht unbedingt tiefgründig, aber sie unterhalten bestens und in so eine Geschichte passen sie super hin.

Eine locker leichte und sehr unterhaltsame Geschichte, die den Leser sogleich an die Reihe bindet, denn schliesslich will man ja wissen, wer denn jetzt der echte Prinz ist!

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