Donnerstag, 30. Juni 2016

[Rezension] Totenstimmen - Amanda Stevens

Titel: Totenstimmen
Autorin: Amanda Stevens
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 383
ISBN: 
978-3-404-17210-8
Originaltitel: The Prophet
Band: 3 von bisher 4 (Band 5 in Planung)

Reihe
The Graveyard Queen
3. Totenstimmen
4. The Visitor (noch nicht auf DE erschienen)
5. In Planung

Vielleicht hatte jeder Geist, der meinen Weg bisher gekreuzt hatte, mir etwas sagen wollen, und Papas Regeln hatten mich davon abgehalten, zuzuhören. Das war ein beunruhigender Gedanke.
(S. 304)


Amelia Gray, Friedhofsrestauratorin mit Leib und Seele, kann seit ihrer Kindheit die Geister der Toten sehen. Eine gefährliche Gabe, denn die Wesen dürfen nicht bemerken, dass die junge Frau sie sehen kann. Doch Amelia hat eine Tür aufgestossen, die sich nicht wieder schliessen lässt, und so steht plötzlich ein Geist direkt vor ihr und spricht sie an. Ein ermordeter Cop sucht sie heim und will sie erst wieder in Ruhe lassen, wenn sie seinen Tod aufgeklärt hat...

Ich liebe die Reihe um Amelia Gray. Während der erste Band richtig Krimi war und der zweite eher Geister-Grusel-Story, ist dieser dritte Teil eine ruhige, wenn auch spannende Detektivgeschichte.

Amelia Gray hat sich nicht an die Vorschriften ihres Vaters gehalten, die sie vor den Totengeistern beschützen hätten sollen, und so steht plötzlich ein Geist direkt vor ihr und spricht sie an. Er droht ihr, sie heimzusuchen, wenn sie nicht seinen Mord aufklärt. Gleichzeitig leidet Amelia sehr unter der Trennung und dem Liebeschaos mit Detective Devlin. Ausgerechnet jetzt muss sie ihn mit einer anderen sehen. Und auch die Geister, die Devlin heimsuchen, werden Amelia plötzlich sehr gefährlich.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, auch wenn mir in diesem Band vermehrt Grammatikfehler und ungünstige Satzkonstellationen aufgefallen sind. Den dritten Band der Reihe habe ich aber dennoch wieder weg gesuchtet. Was mir weniger gefallen hat waren die Wiederholungen und das Liebeschaos. Vor allem letzteres hätte besser in einen Jugendroman gepasst. Hier war es mir etwas zu viel des Guten. 

Ich mag die Themen, die die Autorin anspricht: Geister, Leben nach dem Tod, Voodoo, schwarze Magie, Friedhofsrestauration und Heimsuchung. Diese Themen finde ich wahnsinnig interessant und der Autorin gelingt es toll, diese in die Geschichte einzubringen und das Feeling rund herum richtig spannend und prickelnd aufzubauen.

"Totenstimmen" spielt wieder in und um Charleston. Und ich muss sagen, dass es den unglaublichen Beschreibungen der Autorin zu verdanken ist, dass ich dort unbedingt mal hin will! Sie schafft es, die Stadt, aber auch die Landschaft authentisch und glaubhaft zu schildern. Ich habe die schwüle, drückende Hitze gefühlt, die dicke, geruchsgeschwängerte Luft gerochen. Ich war mitten drin.

Amelia hat seit dem ersten Band eine interessante Wandlung gemacht. Wo sie erst unsicher und vor allem vorsichtig war, ist sie jetzt viel neugieriger. Und abgebrühter. Sie ist mir sehr sympathisch. Mich faszinieren auch die Stellen, in denen über Friedhofskunst diskutiert wird und ich würde mir wünschen, dass es Amelia's Blog wirklich gäbe.

Detective Devlin ist und bleibt geheimnisvoll, zurückhaltend und absolut heiss. Im Ernst, ich bin ein wenig (ziemlich fest!) in ihn verschossen. Aber das ist nichts Neues. ;-)

Die Charaktere, die Amanda Stevens schafft, sind alle auf ihre Art geheimnisvoll und mit einer tollen Tiefe ausgestattet. Mir sagt diese Art der Charakterschaffung wirklich zu und ich geniesse die verschiedenen Darsteller dieser Reihe sehr.

Ruhiger, als die vorherigen Bände, und dennoch ein spannender, fesselnder dritter Teil. Ich hoffe sehr, dass Bastei Lübbe auch den nächsten Band übersetzen wird.

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