Donnerstag, 11. Februar 2016

[Rezension] Liah - Liane Mars





Titel: Liah
Autorin: Liane Mars
Verlag: 
At Bookshouse Ltd.
Seitenzahl: 371
ISBN: 
978-9963-53-198-1
Band: 2 von 3 (geplant)








Reihe
Das Band der Magie
1. Aeri
2. Liah
3. Fairy (in Planung)


"Du wärest nicht die erste Elementarhexe, die versucht, die Welt aus den Angeln zu heben." - Das ist überhaupt nicht das Ziel. Ich suche nur nach dem Reich der Toten."
(S. 29)



Nach dem Tod ihres geliebten Tristans hat es die junge, quirlige Elementarhexe nicht leicht: vor allen anderen muss sie sich immer noch als Magierin ausgeben, ihre beste und hochschwangere Freundin Aeri will keine so dringend benötigte Hilfe annehmen und zu allem Überfluss beherbergt sie seit Neuen auch ein ziemlich gruseliges Monster in ihrem Zuhause. Also beschliesst sie, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und macht sich auf den Weg, Tristans Seele bei der Seelengängerin einzufordern.


Wie schon in Band 1 fällt hier ganz besonders der Schreibstil der Autorin auf. Locker leicht, voller Humor und Sarkasmus aber auch mit der nötigen Tiefe und Glaubwürdigkeit, ein wahrer Genuss. Die Seiten fliegen nur so dahin und ich musste mehr als nur einmal laut auflachen aber auch Tränen aus den Augenwinkeln fortwischen. Anderen Autoren will es einfach nicht gelingen, Trauer glaubhaft zu schildern, Liane Mars schafft dies auf eindrucksvolle Weise. Ebenso ist Liah auf ihre eigene Art einfach genial gelungen und ihre Coolness und ihr Witz wirken natürlich.



Geschrieben ist Band 2 diesmal aus der Sicht von Liah, die mir schon im ersten Teil sehr sympathisch war. Der Leser begleitet sie auf ihrer Reise und erfährt durch geschickt aufgebaute Rückblenden dabei mehr über sie und über ihre Vergangenheit mit Tristan.
Einen halben Punkt Abzug muss ich dennoch geben, da mir an einigen Stellen alles ein bisschen zu viel und zu bunt war.


Die Bücher aus der "Das Band der Magie"-Reihe spielen in einer fiktiven magischen Welt, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie ist sowohl von Menschen als auch von magischen Wesen bevölkert. Daneben gibt es noch unzählige unbekannte Tierarten, tierähnliche Wesen, Gottheiten, Pflanzen und Geister, denen man im Laufe der Geschichte über den Weg läuft. Besonders haben es mir die kleinen süssen Elementargeister angetan, die die Elementarmagier begleiten und unterstützen.

[...] und spielte mit Tulu verstecken. Das war allerdings sinnlos, denn Tulu war einfach nicht zu übersehen. [...] Dabei kicherte er grundsätzlich so laut, dass man nicht nur blind, sondern auch taub hätte sein müssen, um ihn nicht zu entdecken.
(S. 117)


Liah ist durch Tristans Tod zu einer Elementarhexe geworden. Doch entgegen dem was alle sagen, sind Hexen doch nicht durch und durch böse, denn Liah wehrt sich vehement gegen das Dunkel in ihrem Innern. Sie ist eine sehr aufgestellte, lebensfrohe Persönlichkeit, frech und ohne Scham. Und sie weiss, wie man sich durchs Leben boxt. Doch durch ihren schweren Verlust hat sie auch eine sehr traurige Seite an sich. 

Tristan ist ein junger sehr verantwortungsbewusster Typ, der die Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen scheint. In Liah findet er sein Gegenstück. Er ist zärtlich und liebevoll doch auch bestimmt und wenn nötig auf seine Art und Weise brutal.

Tulu ist der einzige Feuergeist, der nach Liah's Umwandlung noch an die Elementarhexe glaubt. Er ist - obschon er eigentlich nicht wirklich ein Charakter ist - mein Lieblingswesen in der Geschichte geworden. Seine Auftritte waren einfach köstlich, niedlich, zum schmunzeln, er ist einfach so putzig!

Ein Leben mit mir war einfach anstrengend. Ich war ein Wasserfall, der alles mitriss; eine Sturmhose, die sammelte und die Dinge achtlos wieder wegwarf; ein Erdrutsch, der nicht aufzuhalten war.
(S. 33)


Ein bunter, wilder zweiter Band, der zuweilen etwas zu rasant war aber im Endeffekt überzeugen konnte. Liah, Tristan und all die anderen muss man einfach lieb gewinnen.


Für Fans von Fantasy ein absoluter Geheimtipp!


Kommentare:

  1. Tolle Rezension. Das Buch hört sich sehr gut an!

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  2. Das sind ja viereinhalb ganz wunderbare Sternchen. Danke, dass du bei der Leserunde dabei gewesen bist!

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