Samstag, 9. Januar 2016

[Rezension] Poison Princess - Kresley Cole





Titel: Poison Princess
Autorin: Kresley Cole
Verlag: cbt 
Seitenzahl: 602
ISBN: 
978-3-570-30898-1
Originaltitel: Poison Princess

Reihe: The Arcana Chronicles, Band 1 von bisher 3







"Eine der Stimmen gehört dem Tod, der auf einem weissen Pferd sitzt und mich töten will. Ich kommuniziere »hellhörerisch« mit einem verrückten Jungen, wegen dem ich Nasenbluten bekomme und der denkt, ich würde nicht genug zuhören. Fast jeden Morgen wache ich auf, es riecht nach Blut und ich höre markerschütternde Schreie."
(S. 364)




Die junge Evie verfolgen düstere Visionen, Alpträume und Stimmen im Kopf. Den Sommer verbringt sie abgeschottet in einer Heilanstalt, doch als eine Katastrophe die Welt heimsucht, bewahrheiten sich ihre Vorahnungen. In einer apokalyptischen Welt voller Asche und Verderben bleibt Evie als eine der wenigen Überlebenden zurück. An ihrer Seite ausgerechnet Jackson, der Junge der sie so unverschämt behandelt. Doch Jackson kümmert sich um sie, beschützt sie ... und lässt die Stimmen in ihrem Kopf verstummen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, Evie's Grossmutter zu finden, denn von ihr erhofft sie sich endlich Antworten auf ihre vielen Fragen ...


Ich bin hin und weg. Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch dermassen in seinen Bann ziehen können. Die Stimmung, die Sprache, die Charaktere, einfach alles hat gepasst. Schon der Prolog hat mich mitgerissen. Der Schreibstil der Autorin ist sagenhaft. Er lässt sich leicht und flüssig lesen und dennoch fand ich ihn anspruchsvoller als in anderen Jugendbüchern. Man merkt halt, dass Kresley Cole sonst Erwachsenen-Literatur schreibt. 

Dramatisch und packend erfahren wir nach und nach mehr aus Evie's Leben. Wie sie mit der Tatsache umgeht, dass sie verrückt zu sein scheint und wie sie dann plötzlich merkt, dass da doch mehr dahintersteckt. Auf den 602 Seiten ist nie Langeweile aufgekommen und ich hatte auch nie das Gefühl, dass sich die Geschichte unnötig in die Länge zieht.

Die Idee, die in diesem Buch steckt, ist eine ganz neue und vorallem sehr gut umgesetzte Idee. Ich will hier nicht spoilern, also verrate ich noch nicht, was es denn mit Evie auf sich hat. Nur so viel sei gesagt: So etwas bin ich bisher noch nirgends begegnet! Nur ganz langsam entdeckt man als Leser, was dahinter steckt. Und in diesem ersten Band bleibt noch vieles verborgen, das hoffentlich in den Folgebänden aufgedeckt wird.

"Vor einem purpurnen Hintergrund sass er in einer schwarzen Rüstung auf seinem weissen Pferd, auf der eine weisse Rose prangte. Seine Opfer - ein Mann, eine Frau und ein Kind - waren vor ihm auf die Knie gefallen, die Hände flehentlich gefaltet."
(S. 374)


"Poison Princess " spielt grösstenteils im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Zu Beginn der Geschichte lebt Evie in der fiktiven Ortschaft Stirling, Louisiana, nahe der als Bayou berühmten Sumpflandschaft. Ebendiese Bayou sind sehr eindrücklich und wohl auch treffend geschildert, für mich zumindest kam sofort das richtige Feeling auf.

Nach dem sogenannten "Blitz" ist die Welt eine andere als bisher. Öde, ausgetrocknet, voller Asche und Staub. Wasser ist ebenso eine Mangelware wie Lebensmittel, frisches Obst und Gemüse gibt es keins mehr und auch die Konservendosen gehen langsam aus. Pflanzen wachsen in dieser Ödnis keine mehr und auch Tiere sind nur noch sehr selten anzutreffen. Gekonnt beschreibt Kresley Cole diese Szenerie. Egal ob der Leser die Helden in verlassenen Geisterstädten oder in unheimlicher Leere begleitet, dieses Unwohlsein, das Bangen, setzt fast sofort ein.

Der Rest der Menschheit ist entweder ausgelöscht worden, lebt zurückgezogen oder hat sich entweder der Miliz oder einem grausamen Heer angeschlossen. Wer weniger Glück hatte wurde zu Asche - oder noch schlimmer, zu einem Wiedergänger, der Jagd auf Frischfleisch und Wasser macht. Nur wenige Frauen haben den Blitz überlebt und so wird unerbittlich Jagd auf sie gemacht.

Die Landschaft, das Setting, dieses apokalyptische Gefühl waren für mich sehr glaubhaft und realitätsnah beschrieben.

"Ich will niemanden entschuldigen. Ich denke nur, dass Frauen Männer in gewissem Sinn zivilisieren. Ohne sie ... verrohen wir irgendwie."
(S. 349)



Vor allem auch mit ihren Charakteren konnte mich die Autorin überzeugen. Es kommt nur selten vor, dass mich ein Teenager-Mädchen in einem Jugendroman nicht auf die eine oder andere Art nervt.

Evie Greene, 16 Jahre jung, ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie versucht, mit allen gut klar zu kommen und zu allen nett zu sein. Obschon sie diese Visionen hat, will sie eine normale, junge Frau sein. Doch als etwas zu verwöhntes Mädchen aus reichem Hause hat sie es nach dem Blitz nicht leicht. Denn eigentlich kann sie weder für sich selbst noch für andere sorgen, kann nicht kochen, nichts reparieren und kämpfen und jagen schon gar nicht. Also ist sie ziemlich aufgeschmissen. Die Visionen und die Stimmen in ihrem Kopf sind da auch nicht gerade hilfreich. Die Entwicklung, die Evie in Band 1 der Reihe beginnt, hat mir wirklich gut gefallen.

Jackson Deveaux, genannt Jack, ein Cajun mit schleierhafter Vergangenheit und einem leichten Alkoholproblem, ist natürlich der typische Bad Boy und Frauenheld. Ich war sofort und unwiderruflich in ihn verliebt. Im Ernst, dieser Kerl ist der absolute Wahnsinn! Er ist rüde und unfreundlich und gleichzeitig unwahrscheinlich neugierig und zärtlich. Nach dem Blitz kümmert er sich um Evie, verteidigt sie, besorgt ihnen Unterschlupf und Essen, kämpft sich mit ihr durch den amerikanischen Süden. Und obschon er immer mal wieder über Evie zetert und flucht, scheint er trotzdem ganz besondere Gefühle für sie zu haben.

Auch die anderen Charaktere, die man im ersten Band dieser vielversprechenden Reihe kennen lernt, sind auf ihre eigene Art interessant. Nicht alle sind sympathisch, manche sind nervig und eine Person kann ich so gar nicht ausstehen, dennoch erreichen sie alle eben genau das, was sie sollen: sie machen die Geschichte glaubhaft und bringen die richtigen Emotionen im Leser hervor.

"Hier lagen wir nun, im Versteck der Wiedergänger, und ich fürchtete nicht um mein Leben. Jackson würde jeden, der uns zu nahe kam, töten. In Wirklichkeit sollten sie sich vor ihm fürchten.
Ich war bei einem Jungen, den Monster fürchten mussten."
(S. 351)


Mein erstes Buch 2016 und gleich so ein bombastischer Einstieg ins neue Lesejahr.

"Poison Princess" hat mich vom ersten bis zum letzten Wort gepackt und überzeugt, hat mich mitfiebern und mitleiden lassen, hat mich zum lachen gebracht und mir das Herz gebrochen. Kurz: Ein Sieg auf ganzer Linie.

Band 2 und 3 dürfen die Tage auch bei mir einziehen und ich bin sehr gespannt, wie es mit Evie und Jack weitergeht.




Zusatzinfo für Interessierte:
Auf der englischsprachigen Seite zur Serie, gibt es ein paar interessante Dinge zur Reihe zu erfahren.

Von dieser Seite habe ich auch dieses tolle Bild von Evia und Jackson

Copyright © 2012-2015 Kresley Cole – The Arcana Chronicles. All Rights Reserved.

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne und interessante Rezension ;)
    Ganz liebe Grüße
    Katha♥

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  2. Halli hallo

    Jetzt bin ich natürlich umso gespannter ;)
    Tolle Rezi danke!

    Liebe Grüsse
    Bea

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  3. Hallo! :)
    Ich habe deinen Blog gerade über Instagram entdeckt und finde es total schön hier! Hättest du vielleicht Lust auf ein gegenseitiges followen? :)

    Alles Liebe,
    Lisa von hashtagbeyourself.blogspot.ch

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    1. Hei
      Danke :)
      Klar, gerne, schaue gleich bei dir rein

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  4. Huhu =) Jetzt bin ich doch neugierig auf das Buch geworden, auch wenn mich der "Badboy" aus dem Klapptext etwas abschreckt. Mit dem Begriff Badboy verbinde ich normalerweise ehr billige, schlecht geschriebene Fanfiction von 13 jährigen Teenies xD
    Aber ich denke ich werde dem Buch eine Chance geben =)

    LG Miss Page-Turner

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