Sonntag, 2. August 2015

[Rezension] Seelenseher - Cornelia Franke

Titel: Seelenseher
Autorin: Cornelia Franke
Verlag: Papierverzierer Verlag
Seitenzahl: 520
ISBN: 
978-3-944544-42-7
Reihe: Tougard, Band 1 von (noch nicht bekannt)

Klappentext:

Charlie gelangt auf Grund einer besonderen Gabe, von der er bislang noch nichts wusste, in die Welt Tougard. Mit anderen Befähigten lernt er in einer Schule, seine Fähigkeit zu verbessern und damit umzugehen. Als einige Mitschülerinnen verschwinden und er wegen einer Prophezeiung vermutet, ein Seelenseher würde seine beste Freundin Ann töten, scheint ihm die Zeit davonzulaufen. Für Charlie beginnt das Abenteuer seines Lebens, denn in Tougard … in Tougard ist alles möglich!



Rezension


Der eigentlich ganz normale Junge Charlie gelangt in die Welt Tougard - wo er tatsächlich feststellt, dass er eine besondere Gabe hat. In der dortigen Schule soll er lernen, diese Begabung zu beherrschen. Doch ihm fehlt seine beste Freundin Ann, und so beschliesst er, sie kurzerhand nach Tougard zu bringen. Erstaunlicherweise gelingt ihm das - denn Ann scheint auch eine Begabung zu haben, die seltene Begabung der Mechaniker. Gemeinsam erleben sie wunderbare Abenteuer in der magisch anmutenden Schule. Doch dann wird Tougard angegriffen und eine Gruppe von Mädchen, darunter Ann, wird verschleppt. Charlie und ein paar andere Begabte machen sich auf um die Mädchen zu retten. 

Bis hier ganz gut. Der Schreibstil lässt sich gut lesen, obschon die Dialoge noch etwas unausgereift wirken und die häufigen Perspektivenwechsel auch zur Verwirrung führen können. Besonders die Gedanken der Begabten fand ich störend, da diese dann plötzlich im Präsens geschrieben sind und so gar nicht in die anderen Sätze hineinpassen wollen. Dafür gibt es einen halben Punkt Abzug - da ist noch viel Luft nach oben! 

Vom Zeitpunkt des Aufbruchs der Begabten an, hat mir das Buch dann leider mehr schlecht als recht gefallen. Ich empfand alles als riesengrosses Chaos. So viele Eindrücke, Ideen, Perspektivenwechsel. Es war alles einfach zu viel des Guten. Schade eigentlich, denn die Grundidee war wirklich toll. Da hätten die Autoren sich besser die eine oder andere Idee zurückbehalten und für den Folgeband aufgehoben. Für dieses "too much" gibt es einen weiteren Punkt Abzug, da ich teilweise wirklich Mühe hatte. 

Die Charaktere haben mir im Grossen und Ganzen gut gefallen. 
Charlie hat mich stellenweise mit seinem Selbstmitleid sehr genervt, seine Missgunst gegenüber Ann fand ich unpassend. 
Ann selbst fand ich toll, sie ist eine aufgeschlossene, selbstbewusste junge Frau, die in Tougard endlich aufblühen konnte. 
Daisuke und Becca sind gut gelungen. Der Japaner ist überfreundlich und ein toller Kerl, Becca zwar aufbrausend aber eine sehr gute Seele. 
Avid, der Assassine, hat mir persönlich am Besten gefallen. Die Kapitel aus seiner Sicht waren besonders gut gelungen, sie sind rasant und spannend beschrieben. 

Alles in Allem eine gute Grundidee und nette Charaktere.


3,5 von 5 Cupcakes

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen